Veröffentlicht am
14.02.2026
Autor
Pater Peter Willi FSO

Warum Ostern?

Überlegungen für die Fastenzeit

Es gibt verschiedene Websites, die eine Menge von Fotos anbieten. Bei einer dieser Plattformen habe ich das Wort "Ostern" eingegeben. Sogleich wurden mir hunderte Fotos von Ostereiern und Osterhasen angezeigt, aber praktisch keines von Jesus als den Gekreuzigten und Auferstandenen. Ich habe gleich verstanden: Der Zusammenhang von Ostern und Jesus scheint nicht mehr eindeutig. Darum möchte ich die Frage beantworten: "Warum feiern wir eigentlich Ostern?" 

- Ein Text von Pater Peter Willi FSO, erschienen im Gisinger Pfarrblättle

Wer nach dem Schlagwort "Ostern" sucht bekommt Ergebnisse wie dieses Bild: "stylish-easter-eggs-and-yellow-bunny"

Ostern – das Fest von Tod und Auferstehung Jesu Christi

Vor knapp 2000 Jahren geschah in Jerusalem etwas ganz Großes. Ein Toter hat das Grab verlassen. Er hat es von innen her aufgesprengt wie ein Küken von innen her die Schale des Eies aufbricht. Das ist einer der Gründe, warum wir zu Ostern Ostereier konsumieren. Der Name dieses Auferstandenen ist Jesus Christus. Er kam als Sieger über den Tod aus dem Grab heraus. Er hat sich am dritten Tag nach seinem Sterben am Kreuz und seiner Grablegung seinen engsten Freunden und Vertrauten gezeigt. Fast alle haben sich damit im ersten Augenblick sehr schwergetan. Das ist doch nicht möglich! Ein Toter ersteht aus dem Grab! Es ist doch nie jemand zurückgekommen. Die Tatsache aber war stärker als alles Zögern und Zweifeln. Von diesem Erlebnis wurde ihr Herz in einem solchen Maß entzündet, dass sie in alle Himmelsrichtungen gezogen sind und dieses Ereignis verkündet haben.

Ostern bedeutet: Der Tod hat nicht das letzte Wort

Als Christen glauben wir, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Beginn eines neuen Lebens. Wir sind berufen zu einem ewigen Leben in der Gemeinschaft mit Jesus Christus. Der „PIN-Code“ zu diesem Leben ist der Glaube, gemäß der Verheißung Jesu: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11,25f). Wer sich Jesus anvertraut - und dafür ist es nie zu spät - , der wird für immer glücklich sein.

Ostern bedeutet: Es gibt Hoffnung auf Heilung und einen Ausweg aus Schuld und Sünde

Es gibt keinen Menschen, der andere nicht verletzt hätte oder selber verletzt worden wäre. Es gibt kein Menschenleben ohne Versagen. Wer meint, dass er eigentlich fehlerlos ist, kennt sich selbst zu wenig. Andere sind bedrückt, weil sie unter der Last von Schuld leiden. Jesus Christus ist der große Heilende und der große Verzeihende. Ostern geschieht da, wo Vergebung geschieht, seelische Wunden heilen, Knoten im Herzen sich auflösen, Altlasten abgetragen werden und Neuanfänge möglich sind.

Ostern bedeutet: Betritt mutig die „Baustelle“ des eigenen Lebens

Jedes Menschenleben bedarf einer ständigen Sanierung. Ohne andauernde Reinigung von Wäsche, Wohnungen oder Arbeitsstätten können wir nicht „überleben“. Dieselbe Reinigung bedarf unser Mensch- und Christsein: Von der Trägheit, vom Übermaß, von der Lüge, von der Bosheit und vielem anderen. Fastenzeit bedeutet: Mit Hilfe des Fastens, des Gebetes und der Werke der Liebe in der Baustelle des eigenen Lebens Hand anlegen. Zu einem authentischen Leben gehört die Demut, sich nicht ständig auf die eigene Schulter zu klopfen, sondern sich auf die Brust zu schlagen. Wieviel Streitigkeiten, Anwaltskosten, Zeit und Nerven könnten wir uns sparen, wenn wir mutig die „Baustelle“ unseres Lebens betreten und da anpacken würden. Wie groß ist die Neigung, dem anderen zu sagen, was er zu tun hat, statt bei sich selbst anzufangen. Ostern kommt, wenn wir immer wieder bei uns selbst beginnen.

Ostern bedeutet: Neues bricht auf

Wer mit der Natur lebt, freut sich über die phantastische Farbenpracht, die aus dem dunklen Boden herausbricht. Zum guten Lebensgefühl gehören viele Dinge: eine Wohnung, die neu ausgemalt wird, ein schönes neues Kleidungsstück oder eine vorösterliche Aufräumaktion. Im geistig-seelischen Bereich ist das noch wichtiger: Eine geheilte Beziehung, ein neuer Schwung im Gebetsleben, eine Wiederentdeckung der Sonntagsmesse, ein besseres Miteinander, eine gute Osterbeichte usw.

»Ich wünsche Ihnen nach den Anstrengungen der Fastenzeit einen österlichen Neubeginn durch die innere Hinwendung zu Jesus, der für Sie und für mich gelitten hat, gestorben und auferstanden ist. Er möchte Ihr und mein Leben immer wieder neu verwandeln und erlösen.«
Pater Peter Willi FSO