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Veröffentlicht am
06.10.2021
Autor
Die geistliche Familie "Das Werk"

Gott wirkt, wo Einheit ist

Wie Gott wirkt. 3. Teil

Gott wirkt, wo Einheit ist

Cor ad cor. Das Herz spricht zum Herzen.
In seinem Hohenpriesterlichen Gebet bittet Jesus seinen Vater: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21). Die Einheit der Jünger fördert den Glau­ben in der Welt. Welchen Glauben? Den Glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Auf dieser Wahrheit bauen alle anderen Glaubens­wahrheiten auf. Die Annahme dieser Wahrheit ist ein Geschenk, eine Gnade. Jesus verheißt, dass die Menschen zur Erkenntnis dieser Wahrheit kommen werden, wenn seine Jünger die Einheit mit ihm und untereinander leben. Ein entscheidendes missio­na­risches Mittel, um die Menschen zum Glauben zu führen, ist die Einheit der Jünger. Man kann sich die Frage stellen: Ist uns das genug bewusst?
 
Mutter Julia war ein Mensch, der vom Wunsch nach Einheit ganz durchdrungen war. „Es erfüllt mich ein immer stärkeres Verlangen, durch mein ganzes Sein und Streben zu größerer Einheit unter den Kindern der Kirche beizutragen. Ich bin überaus glücklich zu wissen, dass es viele gibt, die als Söhne und Töchter der Kirche nach Einheit in der Liebe Christi streben. Die Einheit ist mein ganzes Verlangen.“ Mutter Julia erkannte, dass aus der Einheit viel Lebenskraft für die Kirche strömt. Einheit baut auf, Uneinigkeit zerstört. Gott wirkt durch die Einheit der Glaubenden. Er wirkt durch die Einheit der Betenden. Deshalb sagt Jesus: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten“ (Mt 18,19).

Wo Gott wirkt, erwacht die Eifersucht des Teufels

Widerstände, Leiden, Versuchungen und menschliche Enttäu­schungen begleiten die Arbeit im Reich Gottes. Satan ist reine Eifersucht. „Durch den Neid des Teufels kam der Tod in die Welt“ (Weish 2,24). Er kann die Größe Gottes nicht ertragen, sein Stolz lässt das nicht zu. Er brennt vor Eifersucht auf die Werke und die Diener Gottes in dieser Welt. Mutter Julia sagte einmal: „Der Teufel arbeitet am liebsten fünf vor zwölf und fünf nach zwölf.“ Der Wider­sacher sieht die Werke Gottes kommen. Er greift sie an und ver­sucht sie zu verhindern. Vor großen Gnadenstunden im Leben des Einzelnen oder der Kirche stiftet er Unruhe und probiert alles, um zu stören. Deshalb gehen häufig leidvolle Erfahrungen den Augen­blicken der Gnade voraus. In diesen Situationen braucht es Wach­samkeit, Tapferkeit, Opferbereitschaft und Vertrauen. Und wenn Gott seine Gnade geschenkt, seinen Geist ausgegossen und sein Werk vollbracht hat, hört die Eifersucht des Widersachers nicht auf. Er möchte schwächen und lähmen, was Gott gewirkt hat. Er ist der Zerstörer, er ist der große Dieb, der wegnehmen und stehlen will. Gott hat durch Jesus Christus den Sieg über den alten Feind errun­gen, aber dessen Einfluss dauert bis zum Ende der Zeit. Wenn wir das Schild des Glaubens ergreifen, ist er jedoch machtlos. Paulus ruft uns auf: „Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen“ (Eph 6,16). Wie wichtig ist es, dass wir nach Festtagen oder Exerzitien, nach einer Wallfahrt oder der Lektüre eines guten Buches die empfan­ge­nen Gnaden und das geschenkte Licht bewahren und in die Praxis des Alltags umsetzen. Die empfangenen Saatkörner sollen sechzig­fach und hundertfach Frucht bringen und nicht vom Teufel wegge­nommen werden, nach einer ersten Begeisterung verdorren oder in den Sorgen des Alltags ersticken (vgl. Mk 4,13-20). Der glaubende Mensch soll nicht erschrecken, wenn er auf Widerstand stößt und durch leidvolle Erfahrungen gehen muss. Er hält sich an das Wort des Apostels Petrus: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens! Wisst, dass eure Brüder in der ganzen Welt die gleichen Leiden ertragen müssen“ (1 Petr 5,8f.).

Weihwasserbecken. Basilika St. Paul vor den Mauern, Rom