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Die geistliche Familie "Das Werk"

Gott wirkt, wo Menschen glauben!

Wie Gott wirkt. 2. Teil

Gott wirkt, wo Menschen glauben

Du bist von Gott geliebt.

Die Heilige Schrift berichtet uns an vielen Stellen von Menschen, die geglaubt und im Glauben gehandelt haben. Deshalb konnte Gott in ihrem Leben wirken und durch sie handeln. Betrachten wir ein Beispiel von gläubigem Handeln. Markus berichtet davon, dass vier Männer einen Gelähmten zu Jesus brachten (vgl. Mk 2, 1-12). Man nimmt an, dass Jesus im Haus des Petrus in Kafarnaum war. Eine große Menschenmenge war vor dem Haus versammelt. Es war nicht möglich, den Gelähmten direkt zu Jesus zu bringen. Diese vier Männer waren aber von einem festen und mutigen Glauben erfüllt. Deshalb ergriffen sie eine ungewöhnliche Initiative, stiegen auf das Dach und schlugen ein Loch durch die Decke. Durch dieses Loch senkten sie die Tragbahre hinunter. Nun war der Gelähmte bei Jesus Christus. Die vier Männer blieben nicht bei einer „relativen Wahrheit“ (Mutter Julia), bei einer Halbwahrheit, stehen, sie sagten nicht zueinander: „Der Zugang zu Jesus ist nicht möglich, gehen wir wieder nach Hause!“ Wahrscheinlich haben sich manche Men­schen gedacht: Warum drängen sich diese Männer vor? Warum können sie nicht wie wir geduldig warten? Der Glaube dieser Männer war ein Glaube, den Jesus schätzte: „Als Jesus ihren Glau­ben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“ (Mk 2,5). Dann sagte er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!“ (Mk 2,11). Der Gelähmte empfing eine doppelte Heilung: die Heilung seines Leibes und die Heilung seiner Seele. Er konnte wieder gehen und wurde von seiner Schuld erlöst. Wo geglaubt wird, da wirkt Gott, da schenkt er Leben und Auferstehung. Der übernatürliche Glaube ist nicht ein bloßes Gefühl. Er ist eine feste Überzeugung. „Glaube ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht“ (Hebr 11,1). Der glaubende Mensch verliert nicht den Halt. Er beginnt nicht zu zweifeln, wenn er das, was er erbittet, nicht gleich empfängt. Der glaubende Mensch ist aktiv. Er setzt Schritte, sein Glaube zeigt sich in Werken. Der Psalmist betet: „Mit dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Ps 18,30). Der glaubende Mensch springt über Mauern: über die Mauern seiner Gedanken und seiner Gefühle, über die Mauern von Hinder­nissen, von Ängsten, von negativen Erfahrungen und von Schwie­rigkeiten aller Art. Wenn Gott ruft, dann gibt es fast immer Hinder­nisse für den Menschen, es gibt menschliche „ja, aber“. Wenn wir diese „ja, aber“ fallen lassen und tun, was Gott sagt, und wozu der Heilige Geist uns drängt, dann geschehen Wunder. Deshalb sagt Jesus: „Alles kann, wer glaubt“ (Mk 9,23), und an anderer Stelle: „Dein Glaube hat dir geholfen“ (Mt 9,22). Jesus hatte Sorge, dass dieser Glaube in der Welt schwinden und nur mehr eine rein menschliche Religiosität übrig bleiben würde. Deshalb sagte er: „Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?“ (Lk 18,8). Wo geglaubt wird, kann Gott wirken. Wo nicht geglaubt wird, steht er gleichsam „ohnmächtig“ vor der menschlichen Freiheit, in der sich der Mensch verschließt. Deshalb hat Jesus für den Glauben des Petrus und den Glauben seiner Jünger gebetet. Mutter Julia sagte: „Wir müssen den Glauben tun, einfach den Glauben tun.“ Religiöse Ergriffenheit, Faszination von Worten, erbauende Gespräche und tiefe Erkenntnisse sind wichtig, aber nicht alles. Noch wichtiger ist das bereitwillige Tun, was Gott von mir im „Hier, Jetzt und Heute“ (Mutter Julia) erwartet.

Gott wirkt, wo Menschen lieben

Paulus sagt uns: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28). Gott führt alles zum Guten, aber es gibt eine Bedingung: die Liebe. Wenn wir schon mit menschlicher Liebe die Herzen anderer gewinnen können, wie viel mehr werden wir mit einer reinen und starken Liebe das Herz Gottes „erobern“. Die Gottesmutter Maria ist uns darin ein großes Vorbild. Die Heilige Schrift berichtet uns nicht von „großen Taten“, die sie vollbracht hätte. Dennoch steht sie an der Spitze der ganzen Menschheit und bewirkt mehr als die größten Persönlichkeiten der Weltgeschichte. In den Geschichtsbüchern findet man ihren Namen nicht, aber sie hat die „größte Tat“ vollbracht: Sie hat den Herrn geliebt, an ihn geglaubt und auf ihn gehofft - bis unter das Kreuz. Bis zum Ende der Zeiten hat sie Einfluss auf das Herz ihres Sohnes, weil sie ihn ohne den geringsten Zweifel und ohne „Wenn“ und „Aber“ geliebt hat. Sie ist die mächtige Fürsprecherin, weil sie die große Liebende ist. Ihr Vorbild sagt uns: Mit kindlicher Liebe können wir bei Gott mehr erreichen als mit schärfster Intelligenz und größter Schaffens­kraft. Wer liebt, wird aber auch alle seine geistigen und körper­lichen Kräfte in den Dienst des Herrn stellen. Jedoch kennt er die rechte Rangordnung. Wer um die Macht der Liebe weiß, wird nicht passiv oder mutlos, wenn er müde ist oder nicht mehr weiter weiß. Die sich hingebende und schenkende Liebe können wir immer leben – bis zum letzten Atemzug. Gott wirkt im Leben und durch das Leben der Liebenden. „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13,13).

 

1. Teil: Wie Gott wirkt.

Wir müssen den Glauben tun, einfach den Glauben tun. (Mutter Julia)