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Veröffentlicht am
20.08.2018
Autor
Die geistliche Familie "Das Werk"

Verso l'alto - ein Musical im Kloster Thalbach

ein Musical von Jugendlichen für Jugendliche

Auf die Frage von Gerhard Mayer, der die Aufführung des Musicals einleitete, ob denn jemand schon einmal von Pier Giorgio Frassati gehört habe, musste der Großteil der über 300 Besucher des Musicals „Verso l’alto“ im Kloster Thalbach mit „Nein“ antworten.
 
Der im Alter von nur 24 Jahren in Turin verstorbene Pier Giorgio Frassati (1901-1925) inspirierte den Inhalt des von Schwester Daniela Klement FSO geschriebenen Musicals. Papst Johannes Paul II. hatte den jungen Mann im Jahr 1990 seliggesprochen. Pier Giorgio hatte alle äußerlichen Merkmale und Eigenschaften, die ihn auch zu falschen Lebensentscheidungen verleiten hätten können: Er stammte aus einer reichen und angesehenen Turiner Familie. Sein Vater bezeichnete sich als Agnostiker und war Diplomat und Gründer der italienischen Tageszeitung La Stampa. Pier Giorgio selbst war sportlich, intelligent, unternehmenslustig, attraktiv. Den christlichen Glauben hatte er nicht durch seine Eltern, sondern durch seine Großmutter und im Kolleg der Jesuiten kennengelernt. Als er am 4. Juli 1925 an den Folgen von Kinderlähmung starb, staunten sein Vater und seine Mutter darüber, welchen Einfluss ihr Sohn in Turin entfaltet hatte. Denn zu seinem Begräbnis mussten die Straßen Turins gesperrt werden und die Straßenbahnen ihren Betrieb einstellen, weil so viele Menschen zum Grab dieses jungen Mannes drängten. Viele hatten ihn durch seine soziale Ader und sein Engagement für die Armen von Turin kennengelernt.
 
Das Musical „Verso l’alto“ (Hinauf in die Höhe), das von Mitgliedern der geistlichen Familie des „Werkes“ vertont wurde, handelt von einem Bregenzer Jugendclub, der sich den jungen italienischen Seligen als Vorbild genommen hat. Der Club trifft sich zu gemeinsamen sportlichen Aktivitäten. Seine Mitglieder erinnern sich gegenseitig an Pier Giorgios Worte und Taten, und wollen einander durch seine Art zu leben ermutigen und nach oben führen – verso l’alto. In einer Maturaklasse nehmen sich Magdalena und Elena ihrer neuen Mitschülerin Vivienne an, die in sich gekehrt ist, durch eine schwere Zeit geht und den Sinn ihres jungen Lebens noch nicht entdeckt hat. In der Klasse gibt es mit Tobias und Silvio auch Mitschüler, die ganz in „coolen“ Aktivitäten aufgehen und damit glänzen. Es scheint, als würden sich hier jeden Tag zwei verschiedene Welten begegnen. Vivienne nimmt nach längerer Zurückhaltung schließlich einmal an einem Club-Treffen des Frassati-Clubs teil. Dort macht sie die intensive Erfahrung von Gottes Liebe und Gegenwart und erlebt echte Freundschaft unter Gleichgesinnten. Durch die heilige Messe bestärkt und durch die Gemeinschaft im Frassati-Club angespornt findet sie zum Glauben, lässt sich taufen und wird zu einer engagierten Christin und schließlich – 15 Jahre später – zu einer verantwortungsvollen Firmenchefin, die aus einer unbekannten Kraftquelle zu leben scheint.
Von 12. bis 19. August haben 17 Jugendliche aus Österreich, Deutschland, Belgien und Slowenien das Musical „Verso l’alto“ einstudiert. Die jungen Schauspieler und Sänger beeindruckten durch Virtuosität und Können. An vielen Stellen wartete das Drehbuch mit tiefen geistlichen Einsichten der einzelnen Charaktere auf. So singt etwa die Allegorie Wagemut, dass es erst das dankbare Herz ist, das von Entmutigung zum Wagemut führt. Und die Hauptperson Vivienne singt in ihrer Verzweiflung: „Wie soll ich den Weg finden, wenn ich das Ziel nicht kenne?“
 
Pater Thomas Felder, der international Verantwortliche der Priestergemeinschaft des „Werkes“, sprach enthusiastisch von dem Leben, das die Jugendlichen in der vergangenen Woche nach Thalbach gebracht hatten und vom Leben im Kloster, das als Dynamik auf die Jugendlichen zurückwirkte. Er bedankte sich bei der Thalbacher Gemeinschaft und bei den Jugendlichen für die vergangene Woche.
 
Das Musical am Sonntagabend war ein Beitrag des Klosters Thalbach und junger Menschen zum 50-Jahr-Jubiläum der Diözese Feldkirch. Der Erlös des Abends geht an eine junge Mutter aus Vorarlberg, die sich gegen viel Widerstand für die Geburt ihres Kindes entscheiden konnte und die nun jede Hilfe gebrauchen kann. Die Jugendlichen freuen sich über die stolze Summe von 3.700 Euro, die diese Veranstaltung eingebracht hat. So haben junge Menschen einen wertvollen Beitrag für junge Menschen geleistet.