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Veröffentlicht am
25.01.2021
Autor
Die geistliche Familie "Das Werk"

Diener Gottes Anton Strle - auf dem Weg zur Selig- und Heiligsprechung

Am 21. Januar 2021 fand die abschließende Sitzung des diözesanen Prozesses zur Selig- und Heiligsprechung für den Diener Gottes Anton Strle statt.

Ansprache von Msgr. Stanislav Zore OFM, Erzbischof von Ljubljana Metropolit

Heute hätte der Diener Gottes Prof. Anton Strle Geburtstag. Er wäre 106 Jahre alt. Es ist daher sehr angebracht, heute die letzte Sitzung des diözesanen Verfahrens zur Selig- und Heiligsprechung zu feiern. Wir hatten geplant, diese Veranstaltung für den 20. Oktober 2020 vorzubereiten. An diesem Tag starb nämlich Professor Strle im Jahr 2003. Bei den Heiligen wird normalerweise gesagt, dass ihr Todestag der Geburtstag für den Himmel ist.
 
Die Situation des Coronavirus hat dafür gesorgt, dass der diözesane Teil des Prozesses am Tag seiner Geburt in diese Welt gefeiert wird. In den letzten Tagen wurde ich daran erinnert, dass Heilige unsere Welt mit Gottes Farben verschönern. Selbst der Diener Gottes Professor Strle hat auf seine Weise mit konsequenter Askese, hingebungsvollem Gebet und einer beständigen Liebe zur theologischen Wahrheit uns allen in Gottes Farben die Schönheit der Schöpfung und des Lebens mit Christus erschlossen. Vor allem leuchtete seine priesterliche Gestalt als "alter Christus" und offenbarte diese die Größe der Liebe Gottes im Sakrament der Eucharistie und der Versöhnung.
 
Ich habe Professor Strle als Dozent an der Theologischen Fakultät als unermüdlichen Prüfer in Prüfungen kennengelernt. Doch all die Stunden im Hörsaal und die Kilogramme dogmatischer Skripten verblassen durch eine Erfahrung an einem Sonntagnachmittag in der Ursulinenkirche der Heiligen Dreifaltigkeit. Ich stand im hinteren Teil der Kirche und tauchte für ein paar Augenblicke ins Gebet ein. Dann kam Professor Strle in die Kirche. Eine Szene, die einer ausgezeichneten Feder würdig ist, die das Drama des Augenblicks beschreiben könnte, oder eines Pinsels, der die Heiligkeit dieser wenigen Sekunden im Bild erfassen könnte.
 
"Als der schon sehr betagte Professor, vor Askese ganz mager, in die Mitte der Kirche kam, fiel er auf beide Knie vor dem Allerheiligsten und verbeugte sich tief. Aufstehen war eine echte Mühe. Mit beiden Händen stützte er sich auf den Boden und erhob sich dann mit großer Mühe. Diese Szene wird mir für den Rest meines Lebens in Erinnerung bleiben. Damals spürte ich lebhaft den tiefen Glauben und die Ehrfurcht des Professors vor dem Sakrament der heiligen Eucharistie, und zum ersten Mal fühlte ich tief in mir: ‚Mensch, du bist ein Heiliger.‘"
 
Das Diözesanverfahren wird mit dieser Versammlung abgeschlossen und die gesamte Dokumentation versiegelt und an die Kongregation für die Heiligsprechung in Rom übermittelt.

[...]

Besonders möchte ich mich beim Postulator Andrej Pirš bedanken. Das Diözesanverfahren wurde in genau vier Jahren durchgeführt. Die erste Sitzung des Kirchengerichts fand an diesem Tag im Jahr 2017 statt. Ohne Bedenken sage ich, dass alles in Rekordzeit geschehen ist. Dafür hat der Postulator Dr. Andrej Pirš gesorgt, mit seiner immensen Hingabe, Opferbereitschaft und Fähigkeit, andere zu ermutigen. Er war die Seele und das Herz dieses Prozesses, und dafür möchte ich ihm aufrichtig danken.
 
Das Material des Verfahrens wird nun der Kongregation für die Heiligsprechung übergeben. Wir haben noch einen Weg zur Seligsprechung vor uns. Die formellen Verfahren werden von Beamten der Kongregation durchgeführt. Wir aber dürfen nicht unttätig bleiben. Wir müssen unsere Gebete vermehren und unsere Bedürfnisse auf die Fürsprache des Dieners Gottes Anton Strle vor Gott bringen, denn ein glücklicher Abschluss des Verfahrens erfordert ein Wunder auf seine Fürbitte.
 
Lassen Sie mich mit den Worten schließen, die ich bereits gesagt habe: "Heilige macht nicht die Kongregation, Heilige kommen aus den brennenden Gebeten der Gläubigen, die auf ihre Fürsprache vertrauen."
 
Msgr. Stanislav Zore OFM
Erzbischof von Ljubljana Metropolit

Ein Wort des Dankes seitens des Postulators, P. Dr. Andrej Pirš FSO

Postulator P. Andrej Pirš FSO
Ein Wort des Dankes und kurze Präsentation der Arbeit während des Prozesses auf Diözesanebene für die Seligsprechung des Dieners Gottes Anton Strle.
Mit dieser Sitzung schließt die diözesane Phase des Prozesses zur Seligsprechung des Dieners Gottes Strle. Bei dieser Gelegenheit möchte ich zuerst Gott danken. Ohne Gottes Hilfe wären wir heute nicht zum Abschluss gekommen.
 
Dann möchte ich P. Peter Willi und P. Thomas Felder danken, dem ehemaligen und dem gegenwärtigen international Verantwortlichen der Priestergemeinschaft des "Werkes". Der erste erlaubte mir, Postulator zu werden und ermutigte mich die ganze Zeit, so wie auch der aktuelle Verantwortliche. Unter normalen Umständen, wäre auch der derzeitige Verantwortliche, P. Thomas Felder, bei dieser letzten Sitzung anwesend. Er freut sich jedoch über dieses Ereignis und ist mit uns im Gebet verbunden, da Prof. Anton Strle als Diözesanpriester ein Mitglied unserer geistlichen Familie im weiteren Sinne war.
 
Ich möchte Herrn Erzbischof Stanislav Zore für das aktive Begleiten des Verfahrens danken. Natürlich bin ich auch dankbar für Bischof Andrej Glavan, der es als Apostolischer Administrator der Erzdiözese Ljubljana ermöglicht hat, offiziell zu beginnen und auch die theologischen Zensoren, die historische Kommission und das Kirchengericht ernannt hat. Ich möchte dem Strle-Ausschuss und insbesondere seinem Vorsitzenden, Prof. Dr. Anton Štrukelj, danken, der uns die Nachlassenschaft von Prof. Strle übergab, sodass wir zu vielen wichtigen Dokumenten gelangen konnten.
 
Aber Dank schulde ich natürlich auch all jenen, die aktiv geholfen haben, entweder aufgrund der Ernennung oder ohne Ernennung. Mehr als 30 Personen waren mehr oder weniger beteiligt. Vielen Dank an die Mitglieder des Kirchengerichts. 34 Zeugen wurden vernommen, und jedes Mal, mussten Sie dafür fast einen halben Tag opfern. Danke dem Juristen Franc Šenk, der zum Beispiel jedes Mal von Ankara nach Ljubljana kommen musste, denn die Zeugenanhörungen waren in der Jesuitenresidenz in Ljubljana-Dravlje. Vielen Dank an den bischöflichen Delegaten, P. Jože Pucelj, danke an den Notar Igor Vojinovič, der das Protokoll gemacht und tausende Seiten von Dokumenten unterzeichnet hat. Danke auch Sr. Marion Schiele FSO als Hilfsnotarin. 
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In einem Interview, das am 10. Juli 1977 in der Kirchenzeitung „Družina“ veröffentlicht wurde, sagte Strle: "Schon immer schien mir das einzig Interessante die Wahrheit zu sein." Während des gesamten Prozesses haben wir genau das versucht: zur Wahrheit über sein Leben und seine Tugenden zu gelangen, und darum wurde all das Material gesammelt.
»Schon immer schien mir das einzig Interessante die Wahrheit zu sein.«
Diener Gottes, Anton Strle