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Veröffentlicht am
25.10.2019
Autor
Sr. Birgit Dechant FSO

Die Heiligsprechung Newmans - ein großer Tag für "Das Werk"

Das Newman-Zentrum in Rom
Die Heiligsprechung von Kardinal John Henry Newman am 13. Oktober 2019 war ein Freudentag für Tausende von Newman-Freunden, die jahrelang auf das Kommen dieses Tages gehofft und dafür gebetet und gearbeitet haben. Für die geistliche Familie „Das Werk“ war dieser Tag von sehr großer Bedeutung. Viele Mitschwestern und Mitbrüder haben sich im Laufe von mehr als 45 Jahren für die Verbreitung des Gedankengutes des neuen Heiligen eingesetzt. Wie ist es dazu gekommen?
 
Ungefähr im Jahr 1962 las Mutter Julia Verhaeghe über das Leben von Kardinal Newman sowie auch eine Newman-Anthologie. Sie war tief beeindruckt und bezeugt gegenüber ihren Mitschwestern: „Meine Seele hat einen Bruder gefunden.“ Sie fühlte sich bestärkt durch seine Liebe zur Wahrheit und zur Kirche, durch sein Verständnis von der Wichtigkeit der Gewissensformung, seinen Sinn für Entwicklung sowie sein Gespür für die Not, die auf die Kirche zukommen werde. Sie empfahl verschiedenen Mitgliedern des „Werkes“, Newmans Schriften zu lesen und zu studieren.
 
Gottes Vorsehung fügte es, dass unsere Gemeinschaft gebeten wurde, in Zusammenarbeit mit dem Oratorium in Birmingham und einigen Newman-Forschern 1975 ein internationales Newman-Symposium zu organisieren. Die etwa 200 Teilnehmer des Kongresses wurden von Papst Paul VI. in einer Audienz empfangen, der ein persönliches Interesse am Weitergang von Newmans Heiligsprechungsprozess hatte. Nach Abschluss der Veranstaltung trat der damalige Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen mit der Bitte an die Gemeinschaft heran, ein ständiges Newman-Zentrum in Rom zu errichten. Dies war der Beginn eines intensiven Engagements: im Laufe der Jahre wurden andere Newman Zentren errichtet, akademische Konferenzen organisiert, Bücher geschrieben und herausgegeben, unzählige Zeitungsartikel veröffentlicht, bibliographische Angaben von Werken von und über Newman gesammelt, Publikationen veröffentlicht, jährliche Rundbriefe auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch geschrieben und versandt, das Gebet um die Heiligsprechung Newmans gefördert und viele freundschaftliche Kontakte mit Newman Freunden in der ganzen Welt aufgebaut. Von großer Bedeutung war im Laufe der Jahre die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Oratorianer, denen Newman angehörte, und die die Träger der Causa waren.

 

 

 

 

Als Zeichen für die vielfältige Unterstützung des Heiligsprechungsprozesses durch unsere geistliche Familie las Mutter Margarete Binder, international Verantwortliche der gottgeweihten Frauen des „Werkes“, bei der Heiligsprechung eine der Fürbitten, und Mitglieder der Priestergemeinschaft in Ausbildung, ministrierten. Am nächsten Tag kamen viele unserer Freunde in der Via Aurelia zusammen, darunter auch die englische Botschafterin beim Hl. Stuhl, Ihre Exzellenz Sally Axworthy, die sich sehr herzlich für die Unterstützung bei den Vorbereitungen der Heiligsprechung bedankte.

»Ich glaube, dass ich mich wirklich nach der Wahrheit sehne und dass ich sie umfangen würde, wo immer ich sie fände ... Ich sehne mich wirklich nach der Wahrheit.«
Tagebucheintragung vom Hl. John Henry Newman